08/04/2020
Nachdem meine stille Maukoda-Seite gerade ungewöhnlich viele Zugriffe hat und auch einige direkt angefragt haben, vermute ich dass etliche auf der Suche nach Masken sind. Ich nähe zwar welche, aber leider in einer sehr überschaubaren Stückzahl, da mir einfach die Zeit fehlt.
Aus diesem Grund habe ich auch nach etlichen Versuchen mit diversen Masken-Freebooks entschieden, dass ich eine schnelle, funktionale und damit effiziente Lösung brauche, nach dem Motto "keep ist simpel". Diese ist einfach zu nähen, kommt mit Upcycling-Materialien aus und das Ergebnis ist bequemer als manch andere, nähfreie DIY-Lösung für den Hausgebrauch. Daher möchte ich sie hier mit euch teilen. Vielleicht mag sich jemand selber versuchen 😊.
Ihr braucht: eine Schere, eine Nähmaschine, Nahseide, vorgekochten Baumwollstoff für den Außenstoff und das Futter, ein altes Baumwoll-Tshirt/Shirt, den Drahtbügel eines Schnellhefters, und eine Häckelnadel oder Sicherheitsnadel ( Bügeleisen, Nadeln, Wonderclips... könnt ihr verwenden, wenn ihr das möchtet, quick & dirty geht es aber auch ohne 😉)
1. Zuschneiden oder - für Zeitsparer - einfach die Stoffe in der richtigen Größe zureißen. Wenn es etwas franst: egal! Auf den mm kommt es für den Hausgebrauch wirklich nicht an.
2. Futter und Oberstoff an der Unterkante (nur wichtig, wenn das Muster nicht Kopf stehen soll) aufeinander legen und zusammennähen. Futter dabei mittig platzieren. Wer später einen Filter einlegen möchte, lässt 5cm in der Mitte offen. Wer nicht, überspringt den nächsten Schritt.
3. Nachtzugaben mit dem Daumennagel auseinander streifen und mit Zickzackstich beiderseits der Naht absteppen.
4. Oberkanten aufeinander legen und absteppen.
5. Nähte mit dem Fingernagel auseinander streifen und wenden.
6. Oberkante mit Fingernagel glatt streichen und ca 1cm von der Kante absteppen. Ich beginne und ende ca 2cm. von der Futterkante entfernt. Im Prinzip isses egal ob ihr über die ganze Breite näht oder nur ein Stück in der Mitte...
7. Schnellhefterbügel einschieben und mittig platzieren.
8. Seiten einschlagen. Dazu erstmal die Ober- und Unterkante leicht schräg umbiegen und mit dem Fingernagel glatt streichen. Dann 2x einschlagen. Den ersten Bug ca 7mm von der Stoffkante vom Außenstoff, den zweiten an der Schnittkante vom Futter. Den Bug kantig absteppen, so dass ein mind. 1cm breiter Tunnel entsteht. Achtung: der Metallbügel darf nicht in die Bahn der Nähnadel geraten! (Das ist das einzige, wo ihr aufpassen müsst)
9. Jerseynudeln (zwei 3cm breite Stoffstreifen aus einem alten Baumwoll-T-Shirt mind. 45cm lang) in die Länge dehnen und anschließend mit einer Häckelnadel oder Sicherheitsnadel durch die seitlichen Tunnel ziehen.
10. Fertig. Vor dem Aufsetzen die Jerseynudeln jeweils an beiden Enden ziehen und so die Seiten raffen. Oben und unten hinter dem Kopf binden. Einmal eingestellt lässt sich die Maske beim nächsten Mal dann i.d.r. überziehen oder man bindet nur noch das Band im Nacken.
Ich hoffe ich habe in der Eile jetzt nix vergessen. Auf diese Weise sind die Masken in jedem Fall ratzfatz genäht und ich finde diese Lösung für den Eigenbedarf sehr effizient, bequem und dennoch solide.
Der Metallbügel aus dem Schnellhefter ist besonders mit Brille ein sinnvoller Schnickschnack, da die Maske damit passgenau und flach am Gesicht liegt. Da diese in den Läden gerade Mangelware sind lohnt sich vielleicht die Suche in alten Schul-, Uni- oder Steuerunterlagen. Ich habe alle mit Masken Beschenkten gebeten bitte zu schauen, ob's daheim sowas gibt, so dass sich das bisher gut ausgegangen ist. Bei Kindermasken verzichte ich auf den Bügel.
Welcher Stoff? Baumwollwebware! Ausgemusterte Herrenhemden, Dirndl, Röcke, Vorhänge, Bettwäsche... Für das Futter sind Hotelbettlaken optimal oder alte Geschirrtücher. Für die Jerseynudeln eignen sich im privaten Gebrauch* T-Shirts, Tops oder Shirts aus Baumwolle/Elasthan. *Sollte ein Bändel beim Waschen/auskochen kaputt gehen, habt ihr es schell ersetzt...
Das wäre also mein Tipp für eine schnell genähte Maske.
Inspiriert ist die Machart durch die Freeebooks von Nähtalente und Schnittenliebe, sowie dem geballten wissen in der FB-Gruppe Stoffschwestern für Österreich zum Thema Maskenproduktion.