22/06/2015
Zeit Artikelzitat: „ Das Video hätte etwas weniger Pathos vertragen können, transportiert aber trotzdem eine wichtige Botschaft – nämlich wer den eigentlichen Preis zahlt, wenn wir nur Spottbeträge für unsere Kleidung ausgeben.“
Ja ,vielleicht wäre etwas weniger Pathos mehr gewesen, aber der Preis ist leider nicht unbedingt ausschlaggebend. Wer denkt, mit dem Kauf von hochpreisigeren Produkten automatisch Gutes zu tun, könnte irren. Auch Marken- und Luxusartikelhersteller tendieren selten dazu, freudig höhere Gewinnspannen in bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und/oder Umweltschutz zu investieren. Häufig werden diese Artikel in der gleichen Fabrik zum selben Preis von den selben Arbeiterinnen hergestellt. Ob nun ein T-Shirt im VK € 2,00 oder € 80,00 kostet, macht für die Näherinnen leider keinen Unterschied. Ihr Stundenlohn bleibt gleich.
Aus unserer Sicht können nur unabhängige Kontrollorgane wie beispielsweise GOTS oder Fairtrade für mehr Gerechtigkeit sorgen. Niemand muss durch den Einsatz dieser Organisationen unüberschaubaren Investitionen bei der künftigen Kleiderbeschaffung befürchten. Diese Gerechtigkeit ist aus unserer Sicht bezahlbar. Und wir zahlen bei unseren Produkten auch sehr gerne dafür. Manisha erhält laut dem Artikel einen Stundenlohn von 13 Cent. An dieser Stelle möge Jeder für diesen konkreten Fall persönlich bewerten, ob eine gerechte Lohnanpassung bei diesen Größenordnungen tatsächlich Einfluß auf die Kaufentscheidung haben sollte. Würde z.B. eine Verdoppelung oder Verdreifachung ihres Lohnes und Aufschlag dieses geringen Betrages auf den Verkaufspreis eine nennenswerte Einschränkung für den Verbraucher bedeuten?
Für Manisha und ihre Kolleginnen könnte es ihre Welt verändern.
Für uns ist der Vertrieb von Textilien ohne die wertvolle Arbeit der oben genannten
Ein T-Shirt für zwei Euro – wie viel Nachhaltigkeit kann da drinstecken?