19/11/2025
Dass ich im Sommer nächsten Jahres dieses zauberhafte Städtchen endgültig verlassen werde, spricht sich rum wie ein Lauffeuer, auch wenn es kaum jemand zugibt es bereits zu wissen. Warum eigentlich? Ist doch ok.
Jedoch wie immer, wenn hier in der Provinz was passiert, schlägt das Kleinstadt-Telefon schneller an als jedes digitale Glasfaserkabel:
Früher wurde über meine angebliche Unfreundlichkeit getratscht und sich mokiert - während man ziemlich despektierlich mit mir und meiner Existenz umging, dann über mein Sortiment (das man sich inzwischen an mehreren Stellen eins zu eins in die eigenen Läden geholt hat – und nun fröhlich so tut, als hätte man das schon immer so gehabt).
Jetzt sind wir beim nächsten Kapitel angekommen:
„Sie zieht weg! Da MUSS doch was sein!“
Einige wittern Sensation, andere Bestätigung, wieder andere hoffen, dass hier vielleicht etwas „abzugreifen“ ist.
Kleiner Spoiler (für alle, die gern mit Popcorn am Fenster stehen):
Es gibt nichts abzugreifen. Null. Nada.
Ich eröffne an anderer Stelle neu – fertig.
🕵️♀️ Das große Kleinstadt-Inspektor:innen-Theater
Was hier an Getratsche abgeht, habe ich auf keiner meiner deutschlandweiten Stationen erlebt.
Manche kommen rein und schauen erst mal alles ab:
Decke, Lampen, Kamerasystem, Boden – fehlt nur noch, dass einer mit Maßband kommt und eine Taschenlampe zwischen die Regale hält.
Noch ein Spoiler:
Nein, ich suche keinen Nachmieter.
Wer Interesse hat, ich leite es weiter. Aber Fragen zum Objekt?
Nope. Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
🫢 Und jetzt zum kleinen „Nachbarschafts-Plot-Twist“:
Und nur, weil ich es der gewerbetreibenden Nachbarin zwei Häuser weiter mitgeteilt habe, die letzte Woche als eine vom Vermieter angekündigte Interessentin hier zur Besichtigung auftauchte - ohne dass ich wusste um welche Person es sich handelt auch an dieser Stelle nochmal ganz deutlich:
Ich schätze es überhaupt nicht, wenn hinter meinem Rücken – in diesem Fall durch eine weitere Nachbarin im Haus – über mein Geschäft herumgequackt wird. Ich wüsste nicht, dass diese (oder andere Menschen) Nachbarin unter meinem Kopfkissen geschlafen hat, um an meine Gedanken oder Pläne zu kommen. Gelinde gesagt: Es geht niemanden etwas an. Und was ist das bitte für eine Art, hinter meinem Rücken den direkten Kontakt zu meinem Vermieter herzustellen?
Unrechtsbewusstsein: exakt null. Ganz im Gegenteil – man tritt dabei offenbar noch sehr selbstbewusst auf.
❤️ Liebe Schwartauer,
genießt doch einfach diese schöne Umgebung, für die andere extra Urlaub machen. Geht in euren Wald – solange er noch da ist. Lächelt mal. Atmet durch. Es lebt sich wirklich entspannter ohne Dauerspionage, Hinterzimmerflüstern und Nachbarschaftsinspektionen. Und weil es grade so schön kitschig passt: Lebe. Liebe. Lache.
Beste Grüße!