21/08/2026
1. Systematische Übersichtsarbeit zu Kampfsport allgemein
Eine systematische Übersichtsarbeit von Barbeta et al. (2019) untersuchte den Einfluss verschiedener Kampfsportarten auf die Knochenmasse. Von ursprünglich 79 gefundenen Publikationen wurden 15 Studien mit insgesamt 1.368 Teilnehmern eingeschlossen. Untersucht wurden unter anderem Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen.
Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass Kampfsport signifikant mit einer verbesserten Knochenmasse verbunden war. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass die Datenlage aufgrund der unterschiedlichen Studiendesigns und Einflussfaktoren noch nicht endgültig ist.
2. Besonders gute Evidenz für Judo
Noch aussagekräftiger ist eine systematische Literaturübersicht speziell zu Judo von Ciaccioni et al.
Sie wertete 34 Studien zu den osteogenen Effekten von Judo aus. Untersucht wurden unter anderem:
🥊 Knochenmineraldichte (BMD)
🥊 Knochenmasse
🥊 Knochengeometrie
🥊 mechanische Belastungen
🥊 Knochenstoffwechsel
Die Autoren kommen insgesamt zu dem Schluss, dass Judo aufgrund der hohen mechanischen Belastungen durch Würfe, Landungen, Stöße und Gewichtsverlagerungen einen positiven osteogenen Reiz darstellen kann.
3. Konkrete Langzeitstudie bei Jugendlichen
Besonders interessant ist eine 9-monatige Studie mit 79 Jugendlichen im Alter von 11–17 Jahren, die Judo, Kung-Fu bzw. Karate mit einer Kontrollgruppe verglich.
Bei den Judoka stieg die Knochendichte der Wirbelsäule innerhalb von neun Monaten stärker als bei der Kontrollgruppe:
Judo: +0,098 g/cm²
Kontrolle: +0,040 g/cm²
Unterschied: statistisch signifikant (p = 0,030)
4. Was ist der Mechanismus?
Knochen reagieren auf mechanische Belastung. Kampfsportarten wie Judo erzeugen wiederholt hohe Belastungen durch:
🥊 Sprünge und Landungen
🥊 Würfe und Falltechniken
🥊 schnelle Richtungswechsel
🥊 Abfangen des eigenen Körpergewichts
🥊 Krafttraining
🥊 wiederholte Stoßbelastungen
Diese mechanischen Reize können den Knochenaufbau stimulieren.