Schieterbüx

Schieterbüx Hallo ihr Lieben,
bei mir findet ihr eine liebevoll gestaltete Kindertagespflegestelle für eure Kleinen in Dierkshausen und Trageberatungen.

Ich bin vieles. Und auch nix.Frag mich, wer ich bin,und ich könnte dir vieles sagen.Ich rede schnell.Denke schneller.Hab...
18/08/2026

Ich bin vieles. Und auch nix.

Frag mich, wer ich bin,
und ich könnte dir vieles sagen.
Ich rede schnell.
Denke schneller.
Habe zehn Ideen,
während die erste noch versucht,
ihren Satz zu Ende zu bringen.
Ich fange vieles an,
bringe manches zu Ende,
vergesse den Rest
und finde ihn drei Monate später wieder
und denke:Oh.
Das war eigentlich ziemlich gut.
Man könnte sagen:
ADHS oder auch nicht Und jetzt?

Was weißt du jetzt über mich?

Eigentlich nix.

Du weißt, wie mein Kopf manchmal arbeitet.
Aber nicht,
wer darin wohnt.
Und vielleicht ist genau das
unser Problem mit diesem
„Wer bist du?“

Wir antworten mit Dingen,
die man von außen sehen kann.
Ich bin chaotisch.
Ich bin ordentlich.
Ich bin laut.
Ich bin leise.
Ich bin dick.
Ich bin dünn.
Ich bin Mutter.
Ich bin dies.
Ich bin das.

Als wäre ein Mensch
eine verdammte Produktbeschreibung.

Farbe: blond.
Eigenschaft: chaotisch.
Funktion: Mutter.
Besonderheit: redet zu schnell.

Fertig.

Nur bin ich manchmal chaotisch
und manchmal sortiere ich Dinge
mit einer Hingabe,
die beinahe besorgniserregend ist.

Ich liebe Menschen
und will manchmal keinen sehen.

Ich will Freiheit
und gleichzeitig einen Ort,
an dem ich bleiben kann.

Ich will zehn Dinge gleichzeitig erleben
und an manchen Tagen
einfach nur Kerzenlicht.

Ich liebe Gefühle.

Also – die guten.
Bei den anderen bin ich noch
in Vertragsverhandlungen.

Ich liebe Herbstluft.
Abendlicht.
Dieses Gefühl,
wenn irgendwo Musik läuft
und für einen Moment
alles nach Leben schmeckt.
Ich bewundere Menschen,
die ihr Chaos leben.
Nicht verwalten.
Nicht optimieren.
Nicht in fünf einfachen Schritten
endlich in den Griff bekommen.

Leben.

Vielleicht ist es genau das,
was mich daran so reizt:
das Unfertige.
Das Ungeplante.
Das, was sich bewegt,
bevor wir einen Namen dafür gefunden haben.
Vielleicht möchte ich deshalb
gar nicht mehr so genau wissen,
wer ich bin.
Denn sobald ich sage:
Ich bin so, muss ich morgen erklären,
warum ich plötzlich anders bin.
Und vielleicht bin ich gar nicht widersprüchlich.
Vielleicht bin ich einfach noch nicht fertig.

Zum Glück. Denn seit wann ist ein Mensch
etwas, das man fertig beschreiben kann?.

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Wenn leise Kinder in einer lauten Welt lebenNicht schüchtern im klassischen Sinne.Nicht unsicher.Nicht „schwach“.Aber le...
19/05/2026

Wenn leise Kinder in einer lauten Welt leben

Nicht schüchtern im klassischen Sinne.
Nicht unsicher.
Nicht „schwach“.
Aber leise.
Es ist keins, das sofort laut wird, wenn ihm jemand etwas wegnimmt. Keins, der sofort schubst, schreit oder sich groß macht.
Und ich merke, wie schnell man beginnt, daran arbeiten zu wollen.
👉 „Du musst dich mehr wehren.“
👉 „Sag doch was.“

Und irgendwann habe ich mich gefragt:
Warum eigentlich?
Warum glauben wir automatisch,
dass die Lösung immer darin liegt,
das leise Kind lauter zu machen?
Warum arbeiten wir so selten daran,
dass die laute Welt wieder lernt zuzuhören?

Natürlich wünsche ich mir,
dass ein Kind lernt, Grenzen zu setzen.
Dass es merkt:
👉 „Das möchte ich nicht.“
👉 „Das tut mir weh.“

Aber muss diese Grenze immer laut sein,
damit sie respektiert wird?
Vielleicht ist genau das das eigentliche Problem unserer Zeit:
Dass nur noch das Sichtbare zählt.
Das Laute. Das Durchsetzungsstarke. Das Schnelle.

Wer ruhig ist, wird schnell übersehen.
Dabei wünschen wir uns doch eigentlich genau solche Menschen.
Menschen, die nicht sofort explodieren..nicht alles mit Lautstärke lösen..nicht permanent kämpfen.
Und trotzdem versuchen wir oft schon früh,
diese Kinder umzubauen.
Damit sie besser in diese Welt passen.
Aber vielleicht muss nicht nur das leise Kind lernen, sich mitzuteilen.
Vielleicht müssen auch die anderen lernen:
👉 Dass ein leises Nein trotzdem ein Nein ist.
👉 Dass Zurückhaltung keine Einladung ist.
👉 Dass Sensibilität nicht Schwäche bedeutet.

Denn nicht jeder Mensch wird mit Ellenbogen durchs Leben gehen. Und vielleicht muss das auch gar nicht das Ziel sein.
Ich glaube, wir dürfen aufpassen, dass wir aus Selbstschutz nicht anfangen, unsere Kinder von ihrem Wesen wegzuerziehen.
Nur weil die Welt laut geworden ist.

Aber das bedeutet nicht automatisch,
dass es seine ganze Art verändern muss.
Vielleicht brauchen sensible, leise Kinder nicht ständig die Botschaft:
👉 „Werde stärker.“
Sondern eher:
👉 „Du darfst bleiben, wie du bist.
Und die Welt darf lernen, achtsamer zu werden.“
Denn ehrlich gesagt:
Ich glaube nicht, dass wir zu viele leise Kinder haben. Ich glaube, wir haben eine Welt geschaffen,
in der.....

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