10/05/2025
**Wirst du mich adoptieren?**
Nicht, weil ich perfekt bin. Nicht, weil ich Tricks kann oder einen Stammbaum habe.
Sondern einfach, weil ich da bin – klein, zitternd und wartend hinter diesem Gitter, auf jemanden wie dich.
Man sagt, ich sei süß, mit Schlappohren und Augen, die zu groß für mein Gesicht sind. Aber ich wurde schon so oft übersehen, dass ich mich frage, ob „süß“ überhaupt noch reicht. Ich wedle jedes Mal mit dem Schwanz, wenn Schritte den Flur entlang hallen – in der Hoffnung, dass sie an meinem Käfig stehenbleiben. Manchmal tun sie das. Meistens nicht.
Ich war nicht immer hier. Ich hatte einmal ein Zuhause. Ein kleines Mädchen hat mich so fest gehalten, dass ich ihren Herzschlag spüren konnte. Wir haben unter Decken gespielt und heimlich Snacks vom Küchenboden gestohlen. Aber eines Tages ging sie – sie sagten etwas von Umzug, Allergien oder „wir können einfach nicht mehr“. Ich verstand es nicht. Ich erinnere mich nur an die Autotür, die zuging… und nie wieder auf.
Jetzt schlafe ich zusammengerollt auf einem alten Handtuch, umgeben von den Stimmen anderer wie mir. Mein Spielzeug ist gebraucht, meine Hoffnung wird leiser. Aber mein Herz? Das springt noch immer, jedes Mal, wenn jemand stehenbleibt und hinsieht.
Also… wirst du mich adoptieren?
Nicht, weil ich perfekt bin – sondern weil ich so lange auf jemanden warte, dessen Herz ein bisschen weicher schlägt, so wie meins.
Denn manchmal tragen die kleinsten Hunde die größte Liebe in sich.
Und alles, was wir wollen… ist eine zweite Chance.