06/08/2026
297/26 Ich möchte ein paar Worte los werden. Nein, es ist kein Spendenaufruf, keine Bettelei und ich möchte auch keinen Tränenausfluss verursachen.
Wer im Tierschutz tätig ist, der sieht viel Leid und viel Ku**er.
Neben diesem permanenten Elend sind da auch noch die täglichen Anfeindungen im Netz.
Aber darum geht es heute nicht.
Heute geht es um den alten Mann auf dem Bild.
Und damit bin nicht ich gemeint.
Stan ist ein alter Cane Corso. Gemeinsam mit seinem Kumpel Olli, kam er vor 7 Monaten zu uns.
Die Zustände der beiden Jungs war eine Vollkatastrophe.
Abgemagert, teilweise ohne Fell und zerbissen und vernarbt.
Die Hunde hatten viel Ballast auf der Seele.
Ihr alle kennt ja die Geschichte.
Sehr schnell lernten auch wir dazu.
Zwischen des Studiums zur Veterinärmedizin und der täglichen Arbeit in der Klinik, ist da noch irgend etwas zwischen Himmel und Herzen.
Eine Sache die ich nicht in Worte kleiden kann.
Die beiden Jungs wurden zu Therapiehunden für uns und viele Kinder.
Das war niemals beabsichtigt.
Es passierte einfach.
Es war unerklärlich.
Ich erlebe wirklich viel Mist hier.
Gerade wenn es um Kinder und um Mißbrauch geht, ist man manchmal wie gelähmt.
Der Tanz zwischen den Projekten, den Geldsorgen, zwischen unseren Leprapatienten und dem Kinderheim, zwischen sterbenden Tieren und hungernden Kindern..
Das macht etwas mit jedem von uns.
Ich bin ein Hufschmied und ich schmiedete mir Einst eine Rüstung aus Titan.
Meine Rüstung schützt mich vor zu viel Emotionen und vor zu viel Tränen.
Doch diese beiden Hunde, Stan und Olli, zogen mir meine Rüstung aus.
Sie krempelten das Herz nach außen und sie blickten mir in die Seele.
Ich möchte nicht pathetisch sein, bitte entschuldigt.
Am vergangenen Sonntag mussten wir Olli, den jüngeren Cane Corso , einschläfern.
Die Not OP wegen der Magendrehung war technisch gelungen, doch er litt zu sehr und kam nicht mehr auf die Beine.
Das Gesicht meiner lieben Kollegin war grau.
Ihr Blick war nicht mehr von dieser Welt. Alle waren da, die Ärzte und die Pfleger.
Alle weinten.
Und Stan, unser dienstältester Cane Corso, war zwischen uns.
Glaubt es mir, er realisierte alles.
Auch er durfte sich verabschieden.
Das war am letzen Sonntag.
Seit dem ist alles anders. Es fehlt das Lachen, die dummen Witze und die Unbeschwertheit.
Erst gestern nahm Stan wieder Futter zu sich.
Er trauert unglaublich.
Er genießt jede Berührung.
Aber letztendlich ist Stan genau so fertig, wie das gesamte Team unserer Tierklinik.
Was wir defintiv wissen:
Hunde fühlen und leiden.
Sie haben Ängste und sie trauern bei Verlust.
Sie verstehen uns und sie sind unsere Freunde.
Sie verlassen sich auf uns.
Sie vertrauen uns!
Sie haben Freude und auch Vorfreude. Sie können entäuscht und beleidigt sein.
Hunde lieben ehrlich und bedingungslos.
Hunde sind nicht hinterlistig.
Meine Bitte, bitte holt einen Hund aus dem Tierheim, egal ob Deutschland oder Ausland. Bitte lasst euer Herz berühren, es verändert euch nur zum Guten.
Es ist Magie, dass kann man nicht in Worte kleiden.
Hunde verändern eurer Leben positiv.
Mache es gut sanfter Olli.
Markus Raabe
PS. Ich mache noch ein paar Bilder in die Kommentarleiste dieses Beitrages, einfach so.