19/05/2026
Stellt euch vor: Ostermontag in Ruhmannsfelden. Osterkirta. Hunderte Besucher. Die Straßen sind voll. Es riecht nach gebrannten Mandeln, die Vereine haben ihre Stände aufgebaut, Fieranten verkaufen Kleidung und Accessoires.
Und direkt daneben? Unsere Geschäfte. Dunkel. Tür zu. Rolladen runter.
Wir sind sieben Geschäftsinhaber hier in Ruhmannsfelden – Mode, Schuhe, Trachten, Optik, Leder, Design. Manche von uns sind seit Generationen hier. Wir haben an der Osterkirta immer aufgesperrt. Das gehörte dazu. Für uns, für unsere Kunden, für den Ort.
Seit dem neuen Bayerischen Ladenschlussgesetz ist das verboten. Ostermontag ist ein geschützter Feiertag. Kein Wenn und Aber.
Aber die Fieranten draußen? Die dürfen. Kleidung, Schmuck, Taschen – alles wird verkauft. Nur wir nicht.
Online kann man an Ostermontag und am 1. Mai bestellen – rund um die Uhr, mit einem Klick. Wir dürfen nicht mal die Tür aufmachen.
Das ist eine Ungleichbehandlung, die keiner versteht. Nicht unsere Kunden. Nicht die Touristen. Und ehrlich gesagt: wir auch nicht.
Wir haben deshalb gemeinsam eine Petition an den Bayerischen Landtag geschrieben. Unser Landrat Dr. Ronny Raith unterstützt uns und hat mitunterschrieben.
Jeder Tag, an dem wir nicht öffnen dürfen, fehlt uns. Nicht als Luxus. Sondern um über die Runden zu kommen. Um unsere Mitarbeiter zu halten. Um den Laden am Laufen zu halten. Um Ruhmannsfelden lebendig zu halten.
Wenn die Geschäfte in den Ortskernen sterben, stirbt auch ein Stück Heimat. Dann wird aus dem belebten Marktkern eine leere Straße. Und dann bestellt jeder nur noch online.
Was wir fordern: Ausnahmeregelungen für Gemeinden mit Traditionen wie unserer Osterkirta – und die Möglichkeit, auch am 1. Mai aufsperren zu dürfen. Wir wollen niemandem die Feiertagsruhe nehmen. Wir wollen nur die gleichen Chancen wie die Fieranten vor unserer Tür und der Onlinehandel.
Danke. Für Ruhmannsfelden. Für den Bayerischen Wald. Für fairen Einzelhandel.