Schuhmacherei Baumbach

Schuhmacherei Baumbach Dieser 1901 vom Urgroßvater in Wiesbaden gegründete Meisterbetrieb ist seit 1994 in Wiesbaden-Bierstadt ansässig.

Seitdem hat sich das Angebot von Schuhreparaturen, Schuhpflege bis hin zu hochwertigen Maßschuhe zwar technisch, im Kern aber eigentlich gar nicht verändert. Sowohl wertvolle rahmengenähte Schuhe als auch ganz normale (oder gar heruntergekommene aber liebgewonnene) Herren- und Damenschuhe sind hier in besten Händen.

Heute hatten wir besonderen Besuch in der Werkstatt: Zehn Kinder aus der 1. und 2. Klasse waren im Rahmen der Ferienbetr...
09/07/2026

Heute hatten wir besonderen Besuch in der Werkstatt: Zehn Kinder aus der 1. und 2. Klasse waren im Rahmen der Ferienbetreuung zu Gast und wollten wissen, wie Schuhe eigentlich entstehen – und was man alles braucht, um sie wieder zu reparieren. Wir haben über Kinderschuhe früher und heute gesprochen, über hartes Leder und weichen Gummi.

Dann ging es einmal quer durch die Werkstatt: Wie entsteht aus einer Zeichnung ein Schaftschnitt? Wie werden die einzelnen Lederteile zusammengenäht? Was sind Leisten und Brandsohle – und warum braucht man beides, um einen Schuh in Form zu bringen?

Natürlich mussten auch die Maschinen vorgeführt werden. Erst wurde es laut, die Schleifmaschine darf natürlich nicht fehlen. Dann wurden die verschiedenen Nähmaschinen vorgeführt. Eine näht die einzelnen Schaftteile zusammen, andere vernähen die Sohlen, und wieder eine andere macht zwar keine besonders schöne Naht, kommt dafür aber auch beim fertigen Schuh noch an fast jede Stelle heran.

Wir haben uns angesehen, warum manche Schuhe Löcher im Schaft haben – und natürlich auch, wie diese Löcher ins Leder kommen. Dazu gab es einen kleinen Ausflug in die Schuhkunde: Halbschuh, Stiefel, Sneaker und viele weitere Schuharten, für die es unzählige Formen und Bezeichnungen gibt.

Zehn Kinder, viele Fragen und eine ziemlich volle Werkstatt. Es hat Spaß gemacht, einmal zu zeigen, wie viel Handarbeit, Technik und unterschiedliche Arbeitsschritte in einem Schuh stecken – und dass eine Schuhmacherwerkstatt deutlich mehr zu bieten hat als Klebstoff und neue Absätze.

Ein Maßschuh – und seine Geschichte.Zu diesem heute ausgelieferten dunkelbraunen Full-Brogue-Derby gehören nicht nur die...
03/07/2026

Ein Maßschuh – und seine Geschichte.

Zu diesem heute ausgelieferten dunkelbraunen Full-Brogue-Derby gehören nicht nur die persönlichen Maßleisten, sondern auch zwei Bücher.

„Das Buch zum Schuh“ ist die Bedienungsanleitung und der Produktpass des Maßschuhs. Es beschreibt das Modell und den persönlichen Schaftschnitt, erklärt die verwendeten Leder und Materialien und stellt ihre Hersteller und Herkunft vor. Dazu kommen Informationen zur Machart, zum Maßleisten, zum richtigen Einlaufen, zur Pflege, zum Schuhspanner, zu Reparaturmöglichkeiten und zur langfristigen Erhaltung des Schuhs.

Die „Werkstattchronik“ erzählt dagegen die Entstehung genau dieses Schuhpaares. In zahlreichen Bildern dokumentiert sie die einzelnen Arbeitsschritte – vom Maßleisten und Schaftschnitt über die Schaftfertigung und das Zwicken bis zum Sohlenbau und der Fertigstellung.

So erhält der Kunde nicht nur seinen fertigen Maßschuh. Er kann auch Jahre später noch nachvollziehen, woraus er gefertigt wurde, wie er gepflegt werden sollte – und wie er in unserer Werkstatt entstanden ist.

Ein Paar Schuhe kann viele Jahre begleiten. Seine Entstehungsgeschichte darf gerne ebenso lange erhalten bleiben.

„Ich kaufe nur – wie man so schön früher in Deutschland sagte – von der Stange. Denn ich bin dafür, dass ich in die Sach...
28/05/2026

„Ich kaufe nur – wie man so schön früher in Deutschland sagte – von der Stange. Denn ich bin dafür, dass ich in die Sache reinpasse und nicht, dass die Sache für mich passend gemacht wird. Das ist eine gute Disziplin. Man sollte nie etwas für sich machen lassen, man sollte immer da reinkommen. ... Was Hosen und so angeht, und Jacken, die sitzen meistens besser, wenn die in Serie gemacht werden, denn auf Maß.“ — Karl Lagerfeld bei Markus Lanz, 2011

Ein interessanter Gedanke. Bei Schuhen endet diese Logik dort, wo Anatomie, Alltag und Orthopädie beginnen. Auch Karl Lagerfeld hat diesen Gedanken offensichtlich nicht auf Schuhe ausgeweitet — aus gutem Grund. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es auch bei Maßschuhen gut aussieht, sich auch bei ungewöhnlichen Fußformen bei der Linienführung der Nähte an „Konfektionslinien“ zu halten. Damit kaschiert man optisch die Problemzonen, anstatt anatomische Besonderheiten ungewollt auch noch zu betonen.

Die Kunst besteht deshalb nicht darin, jede Verbreiterung oder Veränderung sichtbar „nachzuzeichnen“, sondern darin, Proportion, Eleganz und Komfort in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen.

Als Anregung für diesen Schuh diente ein besonders eleganter Oxford. Er wurde vom Schuhhersteller mit besonders schlanker, verlängerter Spitze gefertigt. Früher passte der Schuh seinem Besitzer noch hervorragend. Doch aus einer schmalen Weite 8 wurde im Laufe der Jahre eine Weite 13. Zusätzlich benötigt der Kunde inzwischen gepolsterte Einlagen.

Da zeigt sich dann der Unterschied zwischen Oberbekleidung und Schuhen. Karl Lagerfeld nahm Anfang der 2000er Jahre etwa 42 Kilogramm ab. Er wollte die extrem schmal geschnittene Mode von Hedi Slimane für Dior tragen können. Gemeinsam mit seinem Arzt Jean-Claude Houdret machte er daraus sogar ein Buch, das 2004 erschien. In Deutschland wurde unter dem Begriff „3D-Diät“ bekannt.

In ein engeres Jackett kann man sich mit strenger Diät vielleicht wieder „hineindisziplinieren“. In einen zu schmalen Schuh dagegen nicht. Der Fuß lässt sich nicht beliebig umerziehen. Knochen, Belastungszonen, Alter, Einlagen oder Veränderungen des Gangbildes folgen keiner modischen Ideallinie.

Eine um mehrere Zentimeter verlängerte Schuhspitze wirkt bei schmalen Leisten elegant — erhöht aber im Alltag auch die Stolpergefahr. Besonders dann, wenn Beweglichkeit und Gangbild sich verändern. Die Aufgabe lautete bei diesem Schuh also nicht „Möglichst schlank um jeden Preis.“, sondern Eleganz zu erhalten, ohne den Fuß zu quälen.

Gerade ein eleganter Oxford wird bevorzugt zu geschäftlichen oder formellen Anlässen getragen. Dort wirkt ein zufriedenes, unbeschwertes Lächeln jederzeit besser als ein schmerzverzerrtes Gesicht.

Und wieder erhält ein glücklicher Schuh einen Kunden.

NEU!Ab sofort erhalten unsere Kunden zu jedem Maßschuh:„Das Buch zum Schuh“.Darin dokumentieren wir nicht nur die Herste...
23/05/2026

NEU!
Ab sofort erhalten unsere Kunden zu jedem Maßschuh:
„Das Buch zum Schuh“.

Darin dokumentieren wir nicht nur die Herstellung Ihres Schuhs, sondern auch die Herkunft der verwendeten Materialien, die Geschichte der Firmen, die Machart, den Aufbau des Schuhs sowie weitere Informationen rund Prozess des Einlaufens, Pflege, Reparaturfähigkeit und handwerkliche Details.

Denn ein handgefertigter Maßschuh ist weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Er besteht aus hochwertigen Materialien, sorgfältiger Handarbeit und zahlreichen Entscheidungen, die später unsichtbar bleiben. Genau diese Hintergründe möchten wir künftig noch transparenter machen.

Bei diesem Schuh haben wir beispielsweise englisches Veloursleder der traditionsreichen Gerberei Charles F. Stead verarbeitet, dazu deutsches Futterleder der Gerberei Perlinger, vegetabil gegerbtes Sohlenleder aus Italien und hochwertige Vibram-Sohlen.

Bei allen von uns verwendeten Materialien "quälen" wir Lieferanten, Hersteller und das Internet mit unseren Recherchen. Wir möchten schließlich genau wissen, was wir verarbeiten. Unsere Kunden bekamen von diesem zusätzlichen Aufwand bisher meist nichts mit - bis heute.

Die Informationen hinter einem einzigen Maßschuh zusammenzutragen, bedeutet oft viele Stunden Recherchearbeit. Kein Problem, das zählt zum Job. Und wir bleiben neugierig, es ändert sich ja auch ständig etwas. Möglich wird "Das Buch zum Schuh" durch unsere umfangreiche Datenbank, die wir Schuh für Schuh weiter aufbauen. Schritt für Schritt.

Wir finden:
Wenn selbst Kaffeemaschinen für 19,90 € eine Bedienungsanleitung besitzen, sollten Maßschuhe keinesfalls ohne ausgeliefert werden.

SCHUHMACHEREI BAUMBACH
Das Auge läuft mit.

Vatertag mal anders: Draußen Regen, Kälte, Wind - echtes Novemberwetter im Mai. Drinnen Leder, Werkzeug und 2,5 Generati...
14/05/2026

Vatertag mal anders: Draußen Regen, Kälte, Wind - echtes Novemberwetter im Mai. Drinnen Leder, Werkzeug und 2,5 Generationen Schuhmacherhandwerk.

Am Vatertag haben wir gemeinsam gearbeitet:
Mein ehemaliger Lehrling Pascal hatte den Schaft für seinen Sohn genäht, und unter Anleitung seines Vaters auch schon gezwickt. Heute wurde der Rahmen aufgebracht, ausgeleistet, durchgenäht, eingeleistet, Laufsohle aufgebracht, gedoppelt und Stück für Stück ein eigener Schuh aufgebaut.

Fast wären wir heute fertig geworden. Aber wir werden dem Schuh noch etwas Zeit geben. Den letzten Schliff bekommt er deshalb an einem anderen Tag – in Ruhe und ohne Eile.

(Foto: © Andreas Baumbach)

Alles neu macht der Mai – bei uns im wahrsten SinneStraße aufgerissen. Parkplätze verschwunden. Jetzt auch noch Gerüst v...
04/05/2026

Alles neu macht der Mai – bei uns im wahrsten Sinne

Straße aufgerissen.
Parkplätze verschwunden.
Jetzt auch noch Gerüst vorm Haus.

So ehrlich muss man sein: Der Weg zu uns war selten so unerquicklich wie aktuell.

Deshalb ziehen wir die Konsequenz:
👉 Im Mai bleibt die Werkstatt für den Kundenverkehr geschlossen.

Wir nutzen die Zeit sinnvoll und arbeiten konzentriert an neuen Maßschuhen und offenen Aufträgen – davon gibt es genug.

Ab Juni sind wir wieder ganz normal für Sie da.
Mit (hoffentlich) fertiger Straße,
wieder verfügbaren Parkplätzen,
ohne Gerüst – und mit freiem Kopf.

Danke für Ihr Verständnis.

Adresse

Poststrasse 17
Wiesbaden
65191

Öffnungszeiten

Mittwoch 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 13:00

Telefon

+496119505489

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